New-Normal erforschen

Virginia Satir, Systemische Strukturaufstellungen und Lernen dritter und vierter Ordnung

Im Januar beginnt die nächste Ausgabe unserer Ausbildung »Systemische Strukturaufstellungen (SySt®) und systemisches Denken«. Wir vermuten, dass sie in einem neuen Modus stattfinden wird, im New-Normal. Wie kommen wir darauf? 

Insa Sparrer und Matthias Varga von Kibéd, die Entwickler der systemischen Sturkturaufstellungen, sprachen in einem Panel am Metaforum über ihre Begegnung mit Virginia Satir, einer Pionierin der Familientherapie. Als eine der ersten lud sie in den 1950ern mehr als ein Familienmitglied zur Therapie ein und arbeitete damit systemischer als andere. Für die Entwicklung der Systemischen Strukturaufstellungen waren die „Skulpturarbeit“ wie Virginia Satir es nannte, eine wichtige Quelle. Sowohl Skulpturarbeit wie auch Systemische Strukturaufstellungen sind Gruppensimulations-verfahren, die dazu dienen, Implizites explizit zu machen.

In der Satirschen Skulpturarbeit werden Familiensysteme abgebildet. Die systemischen Strukturaufstellungen gehen darüber hinaus. Sie ermöglichen ganz allgemein, inneres, implizites Wissen über Beziehungsstrukturen aller Arten von Systemen abzubilden, explizit zu machen und modifizierbar werden zu lassen. Durch das „Veräusserlichen“ von implizitem Wissen ermöglichen beide Verfahren, im Äusseren am inneren Bild zu arbeiten und dieses zu modifizieren. Matthias Varga von Kibéd betont, dass diese Art von Veränderungen nach Gregory Bateson als Lernprozesse dritter Ordnung bezeichnet werden können, weil sie Veränderungen innerer Haltungen und Einstellungen auszulösen vermögen. (Diese Erkenntnisse und Verfahren nutzen wir übrigens am Istituto bei den Ausbildungen, die auf die Anbahnung einer Einstellungsänderung zielen.)

Besonders interessant werden diese Verfahren, wenn wir sie mit dem New Normal in Verbindung bringen. Bei Gross-Veränderungsprozessen, wie wir sie durch die Corona-Pandemie erleben, sind, so Matthias, aber nicht nur Lernprozesse dritter, sondern Lernprozesse vierter Ordnung nötig, um zu neuen Lösungen zu gelangen. Lernen vierter Ordnung ist nach Gregory Bateson ein bei Gemeinschaften von Menschen als Ganzes auftretendes Lernen, das nicht nur im einzelnen Menschen beobachtbar ist. Nehmen wir nun an, dass die Corona Pandemie Lernprozesse vierter Ordnung auslöst, dann ist es wahrscheinlich, dass Vor-Formen davon schon jetzt beobachtbar sind. Um diese Formen erkennbar zu machen, sind Verfahren wie die Systemischen Strukturaufstellungen, bei denen kollektives implizites Wissen expliziter wird, besonders nützlich.

Wenn du zu der Forschungsgruppe gehören möchtest, die sich auf die Suche nach Zeichen von Lernprozessen vierter Ordnung, also Vorformen von gesellschaftlichen Veränderungen, macht, dann heissen wir dich ganz herzlich in der »Ausbildung zu Systemischen Strukturaufstellungen« und systemischem Denken willkommen.

Anmelden zur Ausbildung unter diesem Link:

Ein Kennenlernen von Systemischen Strukturaufstellungen bieten wir im zweitägigen Einführungsseminar an:

Möchten Sie mehr wissen?

Systemische Strukturaufstellungen und systemisches Denken

Start: 20. Januar 2022

Dauer

12 Tage

Daten

Do–Sa 20.–22 Januar 2022 | Sa 5. Februar 2022
Fr–Sa 18.–19. Februar 2022 | Sa 19. März 2022
Fr–Sa 1.–2. April 2022 | Sa 30. April 2022
Fr–Sa 20.–21. Mai 2022

Ort

Basel

Zeit

Beginn 9 Uhr, Ende 17 Uhr (Samstag 16 Uhr)

Preis

CHF 4'800.–

Inhalt

Systemische Strukturaufstellungen, Systemisches Denken, Lösungsfokussierung, Einstellungsänderung, Selbstmanagement, Führung, Coaching, Teamentwicklung, Familie, Konfliktmanagement, Mediation, Entscheiden, Tetralemma

Autoren

Letzte Änderung

17.8.2021