Tetralemma-Aufstellung – SySt Ausbildung Modul 2

Start: 30. Mai 2019

Dauer

2 Tage

Daten

Do–Fr 30.–31. Mai 2019

Ort

Basel

Zeit

Beginn 9 Uhr, Ende 17 Uhr

Preis

CHF 880.–

Inhalt

Systemische Strukturaufstellungen, Systemisches Denken, Lösungsfokussierung, Einstellungsänderung, Selbstmanagement, Führung, Coaching, Teamentwicklung, Familie, Konfliktmanagement, Mediation, Entscheiden, Tetralemma

Klare Sicht bei Entscheidungen

In diesem Seminar lernen und erleben Sie die Logik und Struktur der Tetralemma-Aufstellung (TLA), eines der Basisformate der Systemischen Strukturaufstellungen. Das Tetralemma bietet ein klares und einfaches Instrumentarium zur Erweiterung von Perspektiven und für radikale Änderungen in Entscheidungs- und Dilemma-Situationen. Durch das Erleben des Tetralemmas in systemischen Strukturaufstellungen, werden in diesem Seminar Entscheidungen entscheidend anders wahrnehmbar und erscheinen in neuem Licht. Mit dem Ziel, mehr Leichtigkeit und Klarheit zu erlangen, ist dieses Seminar besonders nützlich für alle, die wichtige Entscheidungen treffen müssen. 

Das Seminar ist Teil der Ausbildung »Systemische Strukturaufstellungen und systemisches Denken« 2019. Auf Wunsch kann zusätzlich der Praxistag dazugebucht werden (15. Juni 2019). 

Überblick

Worum geht es in diesem Seminar?

Das Tetralemma ist eine Figur aus der altindischen Philosophie. Es wurde im Rechtswesen zur Kategorisierung von Positionen verwendet, die ein Richter einnehmen kann.

  • Wenn ich eine Position habe, droht mir Erstarrung.
  • Wenn ich eine Alternative habe, gerate ich leicht in ein Dilemma.
  • Wenn ich im Dilemma stecke, übersehe ich meist das Verbindende.
  • Wenn es mir trotz aller Anstrengung ein Rätsel bleibt, entgeht mir vielleicht der Kontext.
  • Wenn ich mich im Kreis drehe, brauche ich eine Musterunterbrechung.

Das Eine oder das Andere bringt oft keine befriedigende Lösung. Die Praxis erfordert meist mehr Einfallsreichtum. Das Tetralemma bietet ein klares und einfaches Instrumentarium zur Erweiterung von Perspektiven und für radikale Änderungen. Besonders in Entscheidungssituationen und Konflikten brauchen wir Denk- und Prozessstrukturen, die uns in einer immer komplexeren Welt Orientierung bieten.

Das Tetralemma kann auch als Grundstruktur der Mediation verstanden werden, wo das Auffinden übersehener Gemeinsamkeiten zentrales Moment ist. Darüber hinausgehend, wenn ein Konflikt – auch trotz Mediation – feststeckt, weist das Tetralemma den Weg zur Erweiterung der Perspektive über die Untersuchung des übersehenen Kontexts. Und wenn Konflikte oder Entscheidungsschwierigkeiten chronisch auftreten, führt uns das Tetralemma zur Musterunterbrechnung.

Zielgruppe

Für wen passt dieses Seminar?

Dieses Seminar richtet sich an Personen, die in ihrer Arbeit eine zusätzliche Dimension gewinnen möchten durch die Möglichkeit räumlicher Abbildung von Entscheidungs-Systemen oder Teilen von Systemen und der erlebbaren Simulation der Entwicklung von Lösungen, die das übliche Vorstellungsvermögen übersteigen. Das Seminar ist auch geeignet für Personen, die systemischer wahrnehmen, denken, entscheiden und handeln wollen, sei es in ihrem beruflichen oder privaten Alltag.

Dieses Seminar ist ausgerichtet auf folgender Personenkreis:  

  • Sie arbeiten in einem beratenden oder helfenden Beruf, als TherapeutIn, Coach, SupervisorIn, TrainerIn, Organisations- oder UnternehmensberaterIn, RechtsanwältIn, MediatorIn, AusbildnerIn oder Lehrperson oder sie sind in einem sozialen Beruf tätig.
  • Sie haben eine Führungsposition als Unternehmer, Verwaltungsrat, CEO oder Geschäftsführer, als Manager, Projekt- oder Teamleiter.
  • Sie sind oft mit komplexen Anliegen, Fragestellungen und Aufgaben konfrontiert und sind (mit-)verantwortlich für die kooperative Entwicklung von Lösungen.

Inhalt

Wie funktioniert diese Ausbildung?

Das Saminar ist so gestaltet, dass die Teilnehmenden die praktische Anwendung von Tetralemma-Aufstellungen (TLA) bei unterschiedlichen Fragestellungen aus verschiedenen Perspektiven (Gastgeber, Klient, Repräsentant, Zuschauer) erleben und reflektieren. Dabei erlernen sie das Instrumentarium („Handwerk“, “Grammatik”) der Tetralemma-Aufstellungen Schritt für Schritt. Sie übernehmen und integrieren während, zwischen und nach dem Modul systemische Strukturaufstellungen oder Teile davon in passender Form in die eigene Praxis. Gleichzeitig entdecken, entwickeln und stärken die Teilnehmenden ihr systemisches Denken und nutzen es allgemein in ihrer Arbeit und ihrem Leben. Der Lernprozess wird unterstützt und verankert durch viele Gelegenheiten, unter Supervision praktische Erfahrung und Fortschritte bei der Anwendung von systemischen Strukturaufstellungen zu machen, insbesondere während der drei Praxistage.

Struktur

Modul 2 | Schwerpunkt: Tetralemma-Aufstellung (TLA)


  • Tetralemma-Schema, Tetralemma-Prozess und Tetralemma-Choreografien

  • Kontextüberlagerungen und ihre Aufhebung
  • Strukturaufstellungen im Einzelcoaching
  • Tetralemma als Hintergrundgrammatik für Konfliktlösung und Mediation

Praxis- und Supervisionstag 2

  • Die Teilnehmenden in der Rolle des Gastgebers
  • Aufstellungsarbeit unter Supervision eines der Ausbildungsleitenden
  • Schwerpunkte Tetralemma-Aufstellungen, feste, freie und partielle TLA Besonderheiten des Vorinterviews bei Entscheidfragen
  • Verdeckte Arbeit

Nutzen

Was bringt Ihnen diese Ausbildung?

Mit diesen Ergebnissen können Sie rechnen, wenn Sie diese Fortbildung gemacht haben:

  • Sie erlangen einen Einblick auf das Basisformat TLA der systemischen Strukturaufstellungen.
  • Sie haben Ihr bisheriges Interventionsrepertoire um die Tetralemma-Aufstellung der systemischen Strukturaufstellungen erweitert.
  • Sie wenden systemische Strukturaufstellungen in ihrer Arbeit an, sei es in der Einzelarbeit (mit gegenständlichen Symbolen oder Bodenankern) oder mit einer Gruppe von Personen (Strangergroupe).
  • Sie arbeiten lösungsfokussierter (statt problemanalytisch), unterschiedsbasierter (statt mit objektiven Werten) und kurativer (statt normativ oder deskriptiv).
  • Sie können syntaktisch (verdeckt und ohne Kenntnis des spezifisch konkreten Inhalts) arbeiten und verdeckte (Vor-) Gespräche führen und verdeckte Strukturaufstellungen leiten.
  • Sie denken, entscheiden und handeln im Alltag und in der Arbeit weniger linear, sondern systemischer und erkennen die Unterschiede bei sich und anderen.
  • Sie haben sich spielerisch vergnügt beim Lernen und Zusammensein. Sie konnten sich als Persönlichkeit weiterentwickeln, Ihre beruflichen und privaten Möglichkeiten erweitern und neue Freundschaften knüpfen.

Die Tetralemma-Aufstellung kann unter anderem bei folgenden Anliegen nützlich sein: 

  • Lösung von Dillemmata
  • Grundstruktur der Mediation
  • Wahl des Unterrichtsstoffes im Klassenzimmer
  • Governance-Prozesse
  • Hilfe bei (inneren und äusseren) Konflikten
  • Lebensentscheidungen
  • Spiel in heiklen Lagen
  • Klarheit in Entscheidungen
  • Zeit für ihr Hobby
  • Berufswahl

Leitung

Dieses Seminar wurde von Franziska von Blarer und Marco Ronzani konzipiert. Dabei ging es ihnen darum, interessierten Praktikern einen einfachen Zugang zum praktischen Repertoire der systemischen Strukturaufstellungen und ihren wesentlichen Grundlagen zu verschaffen und zwar so, dass der Lernprozess der Anwendung möglichst effektiv ist. Beide wurden seit 2005 in einer 4-jährigen Ausbildung von Matthias Varga von Kibéd und Insa Sparrer und Gastdozenten des SySt®-Instituts in den Verfahren, der Grammatik und den theoretischen Grundlagen der systemischen Strukturaufstellungen ausgebildet und geschult. Sie sind seither in ständigem Austausch und Supervision mit ihnen und beschäftigen sich mit den Weiterentwicklungen der SySt®. Die heute von ihnen am Istituto Marco Ronzani angebotenen Ausbildung haben sie mit Unterstützung von Matthias Varga von Kibed und Insa Sparrer in die heutige Form gebracht.