Lösungsfokussiertes Mentoring

Start 11. Dezember 2020

Dauer

2 Tage

Daten

Fr–Sa 11.–12. Dezember 2020

Ort

Berner Generationenhaus, Bern

Zeit

Beginn 9 Uhr, Ende 17 Uhr (Samstag 16 Uhr)

Preis

CHF 780.–

Inhalt

Führung, Coaching, Teamentwicklung, Lösungsfokussierung, Gewaltfreie Kommunikation, Selbstmanagement, Konfliktmanagement

Kooperatives Mentoring

Mentoring als Stärkung der Ressourcen des Mentees beim Vorwärtskommen.

Überblick

Worum geht es bei diesem Seminar?

Den Mentee als Experte in eigenen Angelegenheiten stärken.

Beim lösungsfokussierten Mentoring liegt – etwas anders als bei herkömmlichem Verständnis von Mentoring – das Schwergewicht mehr bei der Unterstützung des Mentees, eigenes Wissen und eigene Erfahrung zu erkennen und zu nutzen und weniger bei der Vermittlung von Wissen und Erfahrung des Mentors an den Mentee. Das entpricht einer der wesentlichen Vorannahmen des lösungsfokussierten Ansatzes, nämlich dass die Klientin die Expertin in eigenen Angelegenheiten ist. Der Mentor ist nach diesem Verständis in erster Linie als Experte für nützliche Gesprächsführung gefragt, wie ein Coach, und erst in zweiter Linie als Quelle von Wissen und Erfahrung, wie ein Berater – und Letzteres nur soweit, als der Mentee die Quelle nutzen möchte. Das Verdienst für den Erfolg soll der Mentee sich selbst zuschreiben können. Wie die Mentorin mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung umgeht, wie sie die Balance hält zwischen Coachen und Beraten, das ist eines der zentralen Themen des Seminars. 

Lernziele

Was können Sie nach diesem Seminar können?

Menschen eine eigene Zukunft zutrauen.

Sie können eine überdurchschnittlich effiziente und effektive Mentor*in werden. Sie lernen: 

  • eine positive Beziehung zum Mentee etablieren
  • die Freude des Mentee stärken, die Verantwortung für seine eigene Zukunft zu übernehmen
  • die Aufmerksamkeit auf Stärken, Fähigkeiten und Potentiale des Mentee richten und ihn anregen, diese zu erkennen und zu nutzen
  • den Mentee dabei unterstützen, ein für ihn attraktives und klares Ziel zu formulieren
  • dem Mentee helfen, ein Bild seiner erwünschten Zukunft zu entwickeln, an dem er sich orientieren kann
  • die Zuversicht des Mentee stärken, dass es ihm gelingt, das zu erreichen, was er sich erhofft
  • hoffnungsvoll, optimistisch und respektvoll gegenüber dem Wunsch des Mentee sein
  • dem Mentee Wissen, Erfahrung und Informationen, die ihm fehlen, in nützlicher Form zur Verfügung stellen
  • den Mentee unterstützen, Schritt für Schritt seinem Ziel näher zu kommen
  • die Erfolge mit dem Mentee feiert

Inhalt

Was sind die Inhalte des Seminars?

Mentoring als lösungsfokussiertes Coaching mit Beratunganteilen 

Diese Inhalte werden erforscht

  • Methoden zur Stärkung der Ressourcenorientierung des Mentors und des Mentees 
  • Grundregeln und Vor-Annahmen des lösungsfokussierten Coaching/Beratungs-Ansatzes (nach Steve de Shazer/ Insoo Kim Berg – Schule von Milwaukee, BRIEF London, SySt München) 
  • lösungsfokussierte Aufmerksamkeits-Richtung in der Praxis; mit dem Lösungsohr hören – listen, select, amplify, Dialogic Orientation Quadrants von Hesun Moon)
  • Struktur und Ablauf lösungsfokussierter Gespräche –  Ressourcen, Ziele und Hoffnungen, erwünschte Zukunft, Vorboten, Fortschritte, Wertschätzung 
  • die wichtigsten lösungsfokussierten Fragen und ihre Anwendung
  • lösungsfokussierter Umgang mit Wissen, Erfahrung und Informationen des Mentors
  • Balance zwischen Coaching und Beratung
  • Struktur und Ablauf lösungsfokussierten Mentorings
  • Rollenverständnis des lösungsfokussierten Mentors
  • Feiern

Nutzen

Was bringt Ihnen diesem Seminar?

Menschen die richtigen Fragen stellen.

Sie können im Mentoring:

  • unterscheiden, was nützlich ist und was weniger nützlich ist
  • das verstärken, was nützlich ist und das abschwächen, was weniger nützlich ist
  • Gespräch führen mit einem Repertoire lösungsfokussierter Fragen

Sie werden als Mentor und Mentorin effizienter, ihre Tätigkeit gewinnt an Leichtigkeit und ihr Mentee übernimmt mehr Verantwortung.

Was Sie in diesem Seminar lernen, können Sie überall, wo es im täglichen Leben um Vorwärtkommen geht, anwenden, in Beruf, Familie und Freizeit.

Zielgruppe

Für wen passt diesem Seminar?

Wer Andere fördern will beim Lernen, bei der beruflichen Entwicklung sowie beim einfacheren Vorankommen.

Angesprochen sind in erster Linie betriebliche und freiwillige Mentorinnen und Mentoren und weiter Sozialarbeitende, Lehrpersonen, Berater*innen, Coaches, Trainer, Ausbildner*innen und Eltern.

Methoden

Erleben, reflektieren, verstehen, ausprobieren.

Sie führen selbst lösungsfokussierte Gespräche, beobachten Demonstrationen und erleben die Wirkungen hautnah. In moderierten Reflexions- und Feedbackgesprächen stärken Sie Ihr Verständnis hinsichtlich des lösungsfokussierten Mentorings. Sie entwickeln Experimente für ihr nächstes Mentoring.

Leitung und Referenten

Gérald Mathieu unterstützt seit über 12 Jahren Menschen bei der beruflichen Integration. Im November 2016 begann er mit dem Aufbau des 1:1 Mentoring- Programmes Job Caddie Bern, welches Jugendliche und junge Erwachsene während und nach der Lehre in ihrem beruflichen Werdegang begleitet. Als Programmleiter arbeitet er mit 50 freiwillig engagierten Mentor*innen zusammen und setzt sich in Kooperation mit ihnen für die beruflichen Ziele der jungen Menschen ein.

Seit 2018 coacht Gérald auch professionelle und ambitionierte Sportler*innen.

Gérald ist 38 Jahre alt und lebt in Bern. Im Winter ist er oft in den Walliser Bergen anzutreffen. Er ist gelernter Polymechaniker, ausgebildeter Arbeitsagoge und Job Coach. Während 25 Jahren hat er Fussball gespielt, dies bis in die dritthöchste Liga in der Schweiz. In seiner Freizeit widmet er sich dem Skifahren, dem Tennis- und Golfsport.

Am Istituto Marco Ronzani hat er den lösungsfokussierten Coachingansatz in mehreren Weiterbildungen gelernt und diesen auf Mentoring und auf die Welt des Sports übertragen.

Marco Ronzani hat bei Insoo Kim Berg und Yvonne Dolan (Schule von Milwakee), bei Luc Isebaert und Louis Caufman (Korzybski Institute Brügge) sowie Peter Szabò (Basel) und vielen Anderen lösungsfokussierte Gesprächsführung gelernt und trainiert. Er übertrug das lösungsfokussierte Paradigma auf all seine Lebensbereiche, sei es beruflich als Rechtsanwalt, Verhandlungsführer, Coach, Mediator, Berater für Organisationsentwicklung und Lehrender oder privat als Ehepartner, Vater, Freund und Erden-Bürger. Er hat die lösungsfokussierte Gesprächsführung als einer der ersten als allgemeines Verfahren zur effizienten kooperativen Lösungsfindung erkannt und lernbar gemacht. Ausserdem hat er eine Form radikal lösungsfokussierter Kurzzeit-Mediation entwickelt, die er in seiner Praxis seit Jahren erfolgreich anwendet, auch bei komplexen und stark eskalierten Konflikten. Dazu hat er eine kurze Weiterbildung entwickelt, die er in der Schweiz am Istituto anbietet. Weiter hat er die gewaltfreie Kommunikation (nach Marshall Rosenberg) mit der Lösungsfokussierung verbunden und als allgemeines Verfahren zur effizienten Erzeugung und Regeneration von Kooperation lernbar gemacht.